The Struggle Is Real: Kranksein

Aus gegebenen Anlass schreibe ich heute über das Kranksein und was das mit meiner Psyche macht. Ich habe gestern Abend Fieber bekommen und fühl mich wie mehrmals überfahren; bei mir bedeutet Kranksein aber nicht nur körperlichen, sondern auch geistigen Stress. Meine Gedanken dazu schildere ich euch hier!

Keine Bewegung

Das ist wohl eines/r meiner größten Probleme und Stressfaktoren. Die Angst, mich zu wenig zu bewegen bzw. das schlechte Gewissen (Achtung dieser A**** begegnet euch noch ein paarmal) quälen mich immer, doch wenn ich krank bin, ist es noch viel schlimmer, weil ich den ganzen Tag im Bett verbringe. Dazu muss gesagt sein: seit ich ungefähr 18 bin, hatte ich Sport-/Magersucht und jetzt Bulimie. Das heißt, ich habe Angst vorm Zunehmen/Dicksein, eine Körperschemastörung und Essen (obwohl ich es über alles liebe) bereitet mir meist Stress.

Ich habe gewisse Bewegungs-Ziele pro Tag, die ich gerne erreiche, um mich besser zu fühlen. Die erreiche ich natürlich nicht, wenn ich nur im Bett liege. Essen ist somit etwas schwierig.

Faule Socke

Das ist mein nächstes Problem. Ich fühle mich extrem faul und unnötig. Meine Eltern und mein Freund erledigen für mich Einkäufe, Botengänge und gehen mit meinem Hund spazieren, weil ich es nicht kann/soll. Ich habe ein extrem schlechtes Gewissen (hier ist der A**** wieder), weil sie durch mich Umstände oder Stress haben. Nicht falsch verstehen: ich bin ihnen extrem dankbar! Ich weiß – mit Logik betrachtet – das es so besser ist, doch meine nervige Stimme im Kopf sagt mir das Gegenteil und nennt mich die schlimmsten Dinge, die man sich vorstellen kann.

Des Weiteren musste ich heute Abend eine Verabredung absagen und sollte am Samstag meinen fast 90jährigen Opa nicht besuchen. Das war geplant und ich wollte unbedingt hin. Immerhin weiß man nicht, wie viel Zeit einem noch bleibt für solche Besuche. Es macht mich traurig und wütend. Und ja, ich habe auch hier ein schlechtes Gewissen, weil ich vielleicht eine Chance verpasse, die nie wieder kommt.

Die andere Seite

Es gibt da noch eine Stimme in meinem Kopf, die sieht das anders. Sie fühlt Erleichterung. Denn endlich muss ich nicht funktionieren, kann und muss Hilfe annehmen. Ich darf den ganzen Tag im Bett liegen und schlafen (juhu, Depressionen – Sarkasmus), ohne dass „normale“ Menschen das komisch finden oder kritisieren.

Alles in allem

Das ist nur ein kleiner Trost, denn beide Stimmen wechseln sich ab und die „böse“ ist meist lauter. Am meisten schmerzt mich, dass ich wahrscheinlich nicht zu meinem Opa kann. Außer die nächsten beiden Tage gehts mir wunderbar und der Corona-Test ist negativ. Ich hoffe. Ich warte. Und ich denke viel zu viel nach.

Wir lesen uns freitags. Lasst gerne eure Gedanken da.

Hier noch ein zufälliges Foto von mir und meinem Schatz – bester Krankenbetreuer der Welt – oder so 🙂

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