Rezension: „Cinder & Ella“

Inhalt

Ella hat ein hartes Jahr hinter sich. Ihre Mutter starb bei einem Autounfall, den sie selbst nur knapp überlebte. Nach etlichen Klinikaufenthalten zieht sie nun zu ihrem Vater und dessen neuer Familie. Dabei will Ella nur eins: Alles soll so sein wie früher. Sie vermisst ihre Mom, ihren heißgeliebten Bücher-Blog – und Cinder, ihren Chatfreund. 

Brian Oliver ist der neue Star am Hollywoodhimmel. Doch der Ruhm hat seine Schattenseiten, echte Freunde sind selten geworden. Vor allem vermisst er seine Chatfreundin Ella, mit der er unter seinem Nickname Cinder stundenlang gechattet hat. Als die sich nach einem Jahr Funkstille plötzlich wieder meldet, ist Brian überglücklich. Langsam wird ihm klar, dass er mehr will als nur Freundschaft. Doch Ella hat keine Ahnung, wer er in Wirklichkeit ist … 

Meine Meinung

Einleitend möchte ich ganz ehrlich sagen, dass dieses Buch definitiv kein Buch ist, welches zu meinem „normalen“ Leseverhalten passt. Ich habe es schon seit Anfang des Jahres zu Hause und das Lesen immer etwas vor mir hergeschoben. Die liebe Marlene (auf Instagram: @_buecherfresserin_ ) hat es dann schließlich auch gekauft und wir dachten uns: „Hey, ein gutes Buch um es gemeinsam zu lesen!“ Gesagt, getan. Wir haben uns gegenseitig telefonisch vorgelesen, haben uns Sprachnachrichten geschickt und bei Bücher-Dates abwechselnd gelesen. Meistens hab ich die Cinder-Kapitel übernommen, weil Marlene so begeistert von meinem wienerischen Dialekt war. Alleine wäre mir das Lesen dieses Buches extrem schwer gefallen. Nicht, weil der Schreibstil nicht gut wäre – er ist gut zu lesen und flüssig – aber es ist eindeutig nicht mein Genre. Ich bin kein Fan von romantischen Büchern mit Herzschmerz und Teenie-Drama. Ich hatte teilweise sogar das Gefühl, ich würde eine Disney-Serie im TV verfolgen, die Anlehnungen an Cinderella haben das sogar noch unterstützt. Im Gegensatz zu mir hat Marlene sehr mitgefiebert, was wohl ein großes Kompliment ist, da sie diese Art von Büchern gerne liest. Ich möchte also ganz objektiv fortfahren.
„Cinder & Ella“ war eine Zeit lang sehr gehyped, weswegen ich es mir zugelegt habe, meine Erwartungen waren sehr hoch, weil ich so viele begeisterte Rezensionen gelesen habe. Wie schon weiter oben erwähnt, der Schreibstil ist gut und flüssig, jedoch hat mich das übertrieben häufige kursive Schreiben einzelner Wörter gestört. Ich verstehe es, wenn man bestimmte Ausdrücke extra betonen möchte, aber es war mir eindeutig zu viel. Es hat für mich teilweise überhaupt nicht gepasst. Sollte euch das jedoch im Lesefluss nicht stören, wird es für euch wenig Unterschied machen.
Als nächstes möchte ich gerne auf die Charaktere eingehen. Ellamara, benannt nach der Lieblingsfigur ihrer Mutter aus ihrem gemeinsamen Lieblingsbuch, zieht bei der neuen Familie ihres Vaters ein und ist von Anfang an nicht wirklich bereit sich einzuleben. Gut, ihre Stiefschwestern (Achtung: Cinderella) sind anfangs nicht sehr sympathisch, aber ihre Stiefmutter bemüht sich meistens doch um sie, auch wenn es ihr nicht immer sehr empathisch gelingt. Ellas Therapeutin ist mir anfangs sehr suspekt, sie wirkt total inkompetent und unfähig. Die Physiotherapeuten sind – wie in einem Hollywood-Teenie-Film – alle wunderschön und jung. Die einzige Personen, die mir vom ersten Erscheinen bis zum Schluss sympathisch waren, sind Vivien und ihre Väter (wobei mir bei letzteren beinahe zu viele Klischees bedient wurden).
Cinder/Brian ist ein eingebildeter Playboy, hier wird mit Klischees nur so um sich geworfen. Das einzige, was ihn irgendwie zu berühren scheint, ist Ella. Nette Sache, aber Badboys mit einem Mädchen als Schwachstelle kenne ich schon zur Genüge. Mir hat irgendwie etwas Neues und Besonderes gefehlt.

Falls ihr jetzt denkt: Wow, kann die auch mal etwas Nettes sagen? Ja, kann ich. Das Buch war unterhaltsam und ich habe mich nicht gelangweilt. Vielleicht gerade wegen all der Klischees. Ich habe das Buch nicht allzu ernst genommen und ich denke, dass das für mich ein guter Weg war, um es genießen zu können.

3/5 Blümchen von mir für „Cinder & Ella“